Mittwoch, 6. August 2014

Besuch in der Stockumer Wollwerkstatt

Dieses mal verschlug es uns in den "Hohen Norden", nach Voerde. Dort haben sich Geraldine, Sabine und Ute eine gemeinsame Wollwerkstatt eingerichtet, jede mit ihrem eigenen Schwerpunkt: Geraldine färbt Kammzüge mit Säurefarben, Sabine hat sich der Pflanzenfärberei verschrieben und Ute der Zucht von Jakobsschafen, Gotlandschafen, Spaelsauen und Alpakas.

Nach kurzer Begrüßung ging es gleich zur Sache: Ute demonstrierte an zwei  Jakobsschaflämmern das Scheren der Schafe. Beim Scheren sortiert sie gleich die Teile des Vlieses aus, welche sich nicht zum Spinnen verwenden lassen. Hier zwei Links zum Thema: Ein-Schaf-scheren und Video Schafschur. Während beim Schaf die Locken fielen, fragten wir Ute das ein oder andere Loch in den Bauch. So wissen wir jetzt zum Beispiel worauf zu achten ist, wenn Tiere zur Zucht ausgesucht werden. Vereinfacht gesagt sollen sie alle positiven Eigenschaften aufweisen, die man sich für die Herde wünscht. Tiere mit unerwünschten Eigenschaften wie instabilen Beinen, weichen Hufen, verformten Hörnern, ... kommen für die Zucht nicht in Frage.

Insgesamt 100 Schafe und seit unserem Besuch 10 Alpakas werden von Ute und ihrem Mann versorgt. Die beiden haben nämlich Nachwuchs bekommen, genau an diesem Nachmittag. Ute strahlte vor Glück: es ist ein Mädchen! In der letzten Zeit gab es wohl immer männlichen Nachwuchs und leider auch eine Totgeburt. Noch einmal herzlichen Glückwunsch an die beiden "Großeltern". Unten ein Blick auf Mutter und Kind. Martina hält übrigens den Vater an der Leine.


Zurück in der Werkstatt gab es wie immer eine kleine Stärkung, bevor Geraldine uns über ihren "Dawanda-Online-Shop" erzählt hat: wie funktioniert das Ganze, worauf muss man achten, wie sieht die rechtliche Seite aus, ... Vor ungefähr einem Jahr haben sie mit dem Shop begonnen und sind sehr zufrieden. Gute Qualität spricht sich eben rum!


Anschließend ging es dann, wie sollte es auch anders sein, an die Spinnräder. Einige von uns hatten ihre Räder mitgebracht, für alle anderen standen vor Ort Spinnräder zur Verfügung. Gekonnt gingen Geraldine und Ute auf die unterschiedlichen Bedürfnisse ein: dickes Garn spinnen statt eines dünnen Fadens (warum das Garn nur immer wieder so dünn werden will?!), langen Auszug spinnen (Ute: alles eine Sache des Loslassens), wie geht das überhaupt mit dem Spinnen (für Spinnneulinge), ...
Mantra des Tages war: hinten zieht aus, vorne kontrolliert - leichter gesagt als getan.

Nachdem uns Geraldine einen Faser-Überblick gegeben hatte, griff sie beherzt in ihre Vorräte und kurbelte kurzerhand ein Batt zusammen, mit dem sie uns anschließend die Technik des Corespinning demonstrierte.
Hier der Link zu einem Video von Flinkhands: Corespinning.


Eigentlich standen auf unserem Stundenplan ja noch Vlieskunde und Spinnen direkt aus dem Vlies. Da wir uns jedoch gleich ins Spinnvergnügen gestürzt haben, können wir nur sagen: Satz mit "X"? Das war wohl nix!
Vielleicht beim nächsten mal. Es war ein schöner Tag bei wunderbarem Wetter.

Für Interessierte: im September gibt es in der Wollwerkstatt einen Art Yarn Kurs mit Claudia Wagner !

1 Kommentar:

Handweberin hat gesagt…

Danke Sabine für den tollen Bericht. Jetzt bedauere ich es noch mehr, nicht dabei gewesen zu sein. Aber zur Flieskunde komme ich bestimmt.
Viele Urlaubsgrüße aus Workum am Ijsselmeer.
Marion