Eine vollkommen neue Welt tat sich uns bei letzten WeberTreff auf, das Weben mit dem Webrahmen, und insbesondere die Verwendung mehrer Gatterkämme. Gerda hatte einige Webrahmen vorbereitet und versuchte uns die unterschiedlichen Webabläufe zu erläutern. Das Wort "versuchte" deutet schon darauf hin, dass ein kurzer Blick darauf nicht genügt. Es braucht intensive Beschäftigung, um sich in die Systematiken einzudenken und diese am Webrahmen umzusetzen.
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Summer and Winter auf dem Webrahmen mit zwei Gatterkämmen |
Hier Gerdas Gedanken zum Weben auf dem Webrahmen:
Vorstellung des Webens mit einem Webrahmen
Als ich vor fast 40 Jahren wieder mit dem Weben anfing, standen mir mein 40 cm breiter Kircher-Schulwebrahmen, ein 80 cm breiter Kircher-Webrahmen mit Schäften und Untergestell und ein 100 cm breiter Werbrahmen ohne Namen zur Verfügung.
Die Lehre und die Gesellenjahre waren lange vorbei. In einer Weberlehre lernt man zwar einen Webstuhl einzurichten, aber nicht so etwas "Simples" wie einen Webrahmen. So stand ich da und hatte keine Ahnung wie ich vorgehen musste, um eine Kette herzustellen und auf einen Webrahmen zu bringen, und vor allem ohne die richtigen Hilfsmittel zu haben.
Webrahmen gibt es in den verschiedensten Größen und Breiten, mit und ohne Standbeine. Ein Webrahmen ist schnell eingerichtet. Meistens ist auch so, dass es maximal zwei längere Webstücke sind, die mit einer Kette abgearbeitet werden können, weil der "Kettbaum" nicht unendlich viel Kette aufnehmen kann. Große Webarbeiten sind auch möglich mit individuellerer Musterung als am Webstuhl, indem mehrere Bahnen seitlich aneinander genäht werden.
Darüber hinaus gibt es einige Möglichkeiten komplexere Muster zu weben als man denkt. In der Literatur sind mir folgende Quellen bekannt:
In der Zeitschrift "Webe mit" gab es in den 1980er und 1990er Jahren mehrere Artikel von Frau Dr. Ute Mothes über das Weben mit zwei Gatterkämmen. (Bei Interesse bitte per Mail anfragen.)
"Kleidung weben auf dem Webrahmen" von Annerose Wald (Ravensburger Buchverlag)
"The Weaver's Idea Book - Creative Cloth on a Rigid Heddle Loom" von Jane Patrick (Englisch)
"Weben - das Standardwerk für den Gatterkamm-Webrahmen" von Syne Mitchell (Topp Verlag)
"Rigid Heddle Weaving Basics and Beyond" (Ahford, Englisch)
"Ashford book of rigid heddle weaving" (Ashford, Englisch)
"Ashford Book of Projects - Volume 1 - Fashion" (Ashford, Englisch)
In älteren Webmagazinen aus den USA gibt es auch etliche Beiträge zu diesem Thema, wo zum Teil sogar drei oder vier Gatterkämme hintereinander gesetzt sind.
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auch ein Doppelgewebe ist auf einem Webrahmen mit zwei Gatterkämmen möglich |
Gründe mit einem Webrahmen zu arbeiten
- Ein Webrahmen ist leicht einzurichten
- leicht zu transportieren
- leise beim Weben
- mit Zusatzteilen vielseitig nutzbar
- bei Bedarf schnell und leicht wegzuräumen
- für Probestücke ist der Webrahmen schnell webbereit
- außerdem kann man ihn auch auf Reisen leichter mitnehmen als einen Webstuhl
Maliz ist eine begeisterte und inspirierende Weberin, die durchaus neue Wege geht und findet beim Weben, auch mit dem Webrahmen