Montag, 5. Oktober 2026

Shadow Weave, Teil 2

Und nun noch einige Beispiele für Umsetzungen von Köperlinien. Wie wunderbar, dass Anna ihre Musterproben dabei hatte, die sie im Rahmen des Onlinekurses von Jane Stafford gewebt hat. Zunächst ein paar Beispiele  auf vier Schäften. Es hat uns sehr begeistert, wie man mit nur vier Schäften dermaßen farbige Köpergewebe gestalten kann.


Links die Köperanregung, die Patrone ist hier nach dem Atwater-System umgesetzt worden: ein spitzer Einzug, gerade durch getreten. Zuerst werden im Einzug und in der Trittfolge die dunklen/hier schwarzen "Kästchen" übertragen. Anschließend werden die zugehörigen hellen Kettfäden, bzw. Schüsse, ergänzt.
 
 
Nachfolgend ein verlängerter spitzer Einzug, getreten wie eingezogen. Auf der linken Seite sieht man die Umsetzung mit der Farbfolge "dunkel-hell" (identisch zur Farbfolge der Kettfäden), auf der rechten mit der umgekehrten Farbfolge "hell-dunkel" im Schuss:
 


Verlängert man den Einzug im oberen Wendepunkt auf Schaft 4 um zwei Kettfäden, so dass der zu Schaft 4 gehörige helle "Schattenfaden" auf Schaft 2 zum Wendepunkt wird, ergibt sich ein leicht anderes Bindungsbild. Entsprechend wird auch die Trittfolge angepasst. Leider gibt es dazu kein Gewebebeispiel, um zu sehen welche Auswirkungen es im fertigen Gewebe haben würde. Probiert es aus!
 


Nun noch ein Beispiel für einen einfachen Spitzeinzug, Wendepunkt auf Schaft 4, verlängert spitz getreten, Wendepunkt auf Tritt 4. Links die Patrone zum unteren Gewebe in der Mitte, Kett- und Schussfarbenfolge dunkel-hell. Rechts die Patrone zum oberen Gewebe in der Mitte, hier wurde die Schussfarbenfolge auf hell-dunkel geändert:
 

Und wie sieht das Ganze mit 8 Schäften aus? Rechts unten die Köperanregung, links die Patrone der zugehörigen Umsetzung nach Atwater (Wendepunkte auf Schaft 8 und Tritt 8), und rechts oben das umgesetzte Gewebe:
 


Nachfolgend ein ungewolltes Beispiel für eine Kombination der unterschiedlichen Wendepunkte, hier in der Trittfolge. Im Einzug wurde jeweils auf dem zugehörigen "Schattenfaden" (hier auf Schaft 4) gewendet. In der Trittfolge wurden beide Möglichkeiten abgewechselt. 
 
 
Zuerst einmal ist zu beachten, dass die umgesetzte Köperlinie in der Trittfolge nur bis Tritt 4 erfolgt (dunkle Schüsse). Entspricht die Art des Wendepunktes in der Trittfolge der Art des Wendepunktes im Einzug (hier also auf dem "Schattenfaden"), so werden die Bereiche der waagerechten und senkrechten Streifenbildung im Gewebe durch dunkle und helle Linien voneinander abgegrenzt. In den Bereichen, in denen in der Trittfolge auf dem dunklen Schuss gewendet wird, gehen dieses Linien vollkommen verloren. Betrachte ich die Fertigungspatrone, nehme ich Folgendes wahr:
 
Im mittleren Einzugsbereich (Schattenfarbe im Schuss ist identsch mit der Schattenfarbe im Einzug) sehe ich mäandernde Linien. Im linken Einzugsbereich ( Schattenfarbe im Schuss ist relativ nah bei der Schattenfarbe im Einzug) sehe ich mehr oder weniger rechteckige Formen. Im rechten Einzugsbereich (Schattenfarbe im Schuss ist stark im Kontrast zu der Schattenfarbe im Einzug) nehme ich die rechteckigen Formen weniger wahr. Betrachte ich diese Bereiche mit einem "weichen Blick", vor allen Dingen im mittleren Bereich, kann ich auch dort das Zickzack der waagerechten Streifen wahrnehmen. Im fertigen Gewebe sehe ich diese rechteckigen Linien der Fertigungspatrone nicht. Ich sehe nur, dass hier etwas anders ist. Dass etwas anders ist, ist mir zunächst in den äußeren Gewebebereichen bei den kleinen dunklen Rauten aufgefallen. Hier entsteht für mich der größte Unterschied, denn die haben plötzlich keinen schwarzen Rand mehr.
 
Hier noch der Link zur Seite von maliz, zu ihren Beiträgen über die Umsetzungen der Mustertücher nach Jane Stafford: strick 17 - Shadow Weave
 
 
 
Mitgebrachte Gewebe gab es auch zu sehen. Hier zwei beeindruckende Doppelgewebe. Es gab eigentlich auch noch mehr zu sehen. Nur wenn die Fotografin den Moment verpasst (man könnte auch sagen verpennt), kann man auch nichts zeigen😉.
 


Und wie so oft ging es am Rande nicht nur ums Weben. Wer am Faden hängt, hängt halt am Faden. Die ein oder andere Handspindel wechselte dieses mal die Besitzerin. Je kleiner die Spindel, desto feiner der Faden!
 

 
Am Ende waren wir alle zufrieden mit dem Tag, den neuen Räumlichkeiten und der Möglichkeit uns weiterhin treffen und auszutauschen zu können. Daher geht an dieser Stelle noch einmal unser herzlicher Dank an das Caritas-Altenstift Vinzenz-von-Paul-Haus in Mettmann💕. 
 

Keine Kommentare: