Freitag, 5. Februar 2016

Teppichknüpfen - 31.01.2016

Gerdas Beispiele
Wenn vom Teppichknüpfen gesprochen wird, denken die meisten von uns entweder an die Orientteppiche oder an das Knüpfen auf Stramin.

Letzteres ist aber eine sehr späte Entwicklung der Garn herstellenden Industrie, die meiner Meinung nach erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts entstanden ist, um den Frauen eine "sinnvolle" Beschäftigung anzutragen.

Es gibt aber auch im Norden Europas eine lange Teppichknüpftradition, im gesamten Ostseeraum unter anderem auch in Pommern und Ostpreußen.

Das Teppichknüpfen an der Ostseeküste in Pommern, so auch im Fischerdorf Freest, ist erst im Jahr 1928 etabliert worden. Auf Grund großer Armut unter den Fischern wegen der Überfischung der Ostsee wurde dieses Handwerk von dem Österreicher Rudolf Stundl den Fischern beigebracht. Diese Teppiche wurden nur für den Verkauf hergestellt, um der Bevölkerung eine zusätzliche Verdienstmöglichkeit zu verschaffen.

In Masuren, in Ostpreußen, war die Teppichknüpferei schon mindestens seit 1600 beheimatet und ist im Verbund mit den Knüpfteppichen in Skandinavien zu sehen.

Belegt sind Knüpfteppiche von 1602 in Masuren und später bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Durch die zwei Weltkriege sind die meisten Exemplare jedoch verloren gegangen. Anders als in Pommern waren die Bauern– und Brautteppiche nur für den eigenen Bedarf gefertigt. Sie waren nicht für den Verkauf bestimmt und wurden in den Familien vererbt.


Da wir das Knüpfen erlernen wollten, haben wir dazu kleine Webrahmen benutzt. Es braucht eine starke Kette, gleichmäßige Kettspannung, eine kleine Schere, eine Anschlaggabel und natürlich Garn in verschiedener Stärke und Farbe. Da das ursprüngliche Knüpfen gezeigt wurde, ist mit Endlosfaden gearbeitet worden, deswegen gab es einen kurzen und einen langen Faden, der nach dem Knoten abgeschnitten wurde.


Alle Teilnehmerinnen waren begeistert über diese neue Technik und es wurde schon überlegt wo und wie diese Technik weiter verwendet beziehungsweise eingearbeitet werden kann.

Wir hatten einen erfolgreichen Sonntag und viel Spaß.
Gerda

Dienstag, 26. Januar 2016

Pepita Ausstellung in LVR-Museum in Euskirchen-Kuchenheim

Die schöne Pepita-Ausstellung in Euskirchen-Kuchenheim ist verlängert bis zum 03.04.2016.
Ihr habt also noch weiter die Gelegenheit sowohl die Textilfabrik Müller als auch die Ausstellung zu besuchen.
Es lohnt sich ! Am 21.02.2016 und 13.03.2016 sind auch die Handwebstühle in Betrieb .

http://www.industriemuseum.lvr.de/de/euskirchen/ausstellungen_2/pepita/pepita_1.html


Montag, 23. November 2015

Weavepoint - 22. November 2015

Weavepoint und die Jahresplanung für 2016 standen auf dem Programm. Mit noch frischen geistigen Kapazitäten ging es zunächst gleich mitten hinein in das Webprogramm Weavepoint. Maria gestaltete den Einstieg und führte uns sozusagen durch das Programm:

Zwischendurch standen immer mal wieder der ein oder anderen die Haare zu Berge, aber gemeinsam haben wir uns durch das Thema gearbeitet: Wie richte ich über Optionen meinen "digitalen Webstuhl" ein, wie kann ich den Projektplaner nutzen, welche Möglichkeiten bieten mir die Farbpalette und die möglichen Garninformationen, um nur einiges zu nennen.


Das Umsetzen einer Bildpatrone in eine Fertigungspatrone,

Zugriff auf Bibliotheken und Anlegen von Bibliotheken, Modifizieren von Teilen einer Patrone, und noch vieles mehr beschäftigte uns an diesem Tag. So mancher Groschen fiel; bei allen, auch bei uns beiden, die wir das Thema vorbereitet hatten.

In einer ausgieben Pause haben wir dann noch einmal über unser Selbstverständnis als  WeberTreff diskutiert, ausgiebig die Themen für das kommende Jahr besprochen und überlegt zu welchen Gelegenheiten wir als WeberTreff aktiv werden können, und sind sehr zufrieden mit unseren Ergebnissen. Von uns aus kann es kommen, das neue Jahr!



Sonntag, 15. November 2015

Das nahtlose Hemd!

Das war schon ein denkwürdiger Ausflug zum Museum am Steinhuder Meer. "Das nahtlose Hemd" ist jetzt unser geflügeltes Wort für einen Tag mit viel Aufwand und wenig Nutzen.

Wir waren auf jeden Fall dort! Zu zweit haben wir uns auf den (weiten) Weg gemacht, und wollten eigentlich eine befreundetet Weberin dort treffen. Leider wurde sie einen Tag vorher beim Joggen von einem Hund gebissen und lag zu unserer Verabredung im MRT.

Zunächst erwartete uns ein Kulturschock in Form von unzähligen Ausflüglern, mit denen wir überhaupt nicht gerechnet hatten. Das Steinhuder Meer ist ein Naherholungsgebiet für den Großraum Hannover, und gefühlt war halb Hannover dort unterwegs - Touri-Jubel-Trubel, Fischbuden und Cafés.

Immerhin klappte ein Treffen dann doch noch. Zufälligerweise hatte sich ein Weberehepaar, das auch zur Online-Gruppe Handgewebte Muster gehört, für diesen Tag ebenfalls den Besuch des "nahtlosen Hemdes" vorgenommen.

Gemeinsam haben wir versucht zu verstehen, wie er es wohl angestellt hat, der Weber Christian Bühmann. Wir ahnen, wie er es gemacht hat -  im Groben. Auf jeden Fall war es ein immenser Aufwand, dieses Hemd zu weben. Im Alter von nur 18 Jahren hat er mit der Herstellung des Hemdes den Meistertitel und damit die Aufnahme in die Zunft erlangt.


Hier einige Links, wo man mehr über das "nahtlose Hemd" erfahren kann:

Anschließend haben wir noch lange nett miteinander im Gartencafé gesessen und geplauscht - und das Mitte November - bevor es dann wieder zurück ging. Insgesamt haben wir an diesem Tag gut sechs Stunden im Auto verbracht!

Donnerstag, 20. August 2015

Tuchfabrik Müller

Am kommenden Sonntag sind wir zu dritt im Museum und weben und geben Auskunft über uns und vor allem auch über das Weben des Pepitamusters. So verteilen wir gerne das Pepitavirus weiter über die Welt. Wir freuen uns über interessierte Besucher.



http://www.industriemuseum.lvr.de/de/euskirchen/ausstellungen_2/pepita/pepita_1.html

Sonntag, 16. August 2015

26. Juli 2015 - Bindungen aus einem Einzug

Ein einziger Einzug bietet uns schon viele Variationsmöglichkeiten durch:
  • Änderung der Trittfolge
  • Änderung der Anschnürung 
Hier ein einfaches Beispiel, links die Patrone, rechts das Gewebebild:


Anhand mitgebrachter Webbeispiele und Bücher beschäftigten wir uns näher mit dem Thema. Am eingerichteten Klick konnten wir die Zusammenhänge zwischen  Einzug, Anbindung und Trittfolge praktisch nachvollziehen. Und ein Hoch auf die heutigen Webprogramme, machen sie uns das Ausprobieren am Computer doch wunderbar einfach und ermöglichen uns darüber hinaus die Simulation verschiedener Garnstärken. Denn allein die Verwendung unterschiedlicher Garnstärken hat starken Einfluss auf das Gewebebild, obwohl sich die eigentliche Bindung nicht ändert:

Schussgarn ist im Vergleich zum Kettgarn von unten nach oben: dünner, gleich stark, dicker

Hier noch wie immer ein paar Eindrücke von unserem Treffen. Wie man sehen kann, haben wir auch fleißig den Weberknoten geübt, der gerne für das Anknüpfen einer neuen Kette an einen alten Einzug verwendet wird. Durch die Technik des Anknüpfens an die alte Kette spart man sich Einzug und Blattstich! 


Zu guter Letzt gibt es sogar noch ein kleines Video zum Weberknoten:

Mittwoch, 8. Juli 2015

07. Juni 2015 - Nachlese Wollmarkt in Euskirchen

Bevor der nächste WeberTreff schon bald ins Haus steht, schnell noch ein kleiner Bericht zu unserem Stand auf dem Wollmarkt in Euskirchen. Dieses Jahr war 25-jähriges Jubiläumsfest! Zu Besuch an unserem Stand war auch eine Teppichweberin, die seit Anfang an dabei gewesen ist, schon beeindruckend.

Wetterunabhängig waren wir in einem Seitengebäude unterbracht und haben uns dort sehr wohl gefühlt, wenn wir auch nicht so leicht zu finden waren. Bis die Idee kam, unseren Aufsteller umzufunktionieren und nach draußen zu platzieren. Der Wollmarkt hat ja den Ruf oft mit schlechtem Wetter verbunden zu sein. Davon konnte dieses Jahr keine Rede sein, es war Traumwetter. Hier ein paar Eindrücke von unserem Stand und von dem Treiben draußen:


Neben unserem Stand gab es noch eine zweite "Baustelle", Maria hat zwei ihrer Webstühle an das Museum abgegeben, die sie für die aktuelle Pepita-Virus-Ausstellung einrichten musste. Dort war an dem großen Webstuhl das Aufbäumen der 30 Meter langen Kette angesagt, einfädiges feines Streichgarn. Wie man sehen kann brauchte es reichlich Hände und Augen das Ding auf den Baum zu bringen. Gemeinsam haben wir es geschafft!

Das mit den beiden unterschiedlich breiten Ketten war übrigens nicht so geplant. Manchmal passiert das ein oder andere unerwartete Mißgeschickt, und dann heißt es eben "shit happens", irgendwie klappt das schon!


Inzwischen ist die Ausstellung ja eröffnet, vielleicht gibt es auch noch einen Bericht von Marias Tag auf der Ausstellungseröffnung.An folgenden Terminen sind Weber/innen unseres Treffs dort in Aktion an den Webstühlen zu erleben und freuen sich über euren Besuch:
12.07.2015 - Martina,   23.08.2015 - Matthias,  20.09.2015 - Maria
25.10.2015 - Matthias,  29.11.2015 - Martina,   13.12.2015 - Maria